Juli 11, 2007

Das Semester geht vorbei, ich habe mich durch die Tage und Wochen gehangelt und weiss noch nicht, wie um alles in der Welt, ich mit diesem Medium nun verfahren will. Immerhin bin ich keiner der vielen Weltreisenden, die ich gerade in meinem Bekanntenkreis habe und die mit Fotos und immer neuen Geschichten aus der Außenwelt aufwarten.

Bei mir dreht sich viel um die Innensicht - das, was ich bin und sein will und wie ich mich wem präsentiere.

Dafür brauche ich keine Reisen und keine Fotos.

Allerdings bin ich ständig unterwegs: In Kopenhagen, der Toskana, Köln, Bonn, Nordhessen

Mit der Bahn, dem Fahrrad, zu Fuß.

Und meist mache ich mir Gedanken über die Welt und die Lebewesen um mich herum, mit denen ich sie teile. Neben der Medienvielfalt und Meinungsüberschwemmung im Internet bin ich häufig damit beschäftigt, mir eine Reduktion der Welt zu schaffen, um sie mir erklärbar zu machen. Dies ist auch notwendig - vor allem, wenn man nicht so sehr darauf baut, durch Konsum glücklicher zu werden.

Tja, das Glück, die Seele und die Freiheit - alles hohe Werte, die mir viel bedeuten.

Fange sie am besten ein bei einem Spaziergang am Meer, im Wald und wenn ich Lichtspiele in Kiefern beobachten kann. Der Regenbogen, der sich von Tal zu Tal spannt und seine Prismenbrechung in sieben wundervogelfarben ergiesst, macht mich glücklich. Spüren, Anteil zu haben am Leben - selbst lebendig zu sein - das ist es, was mir im Großstadt/Neurosendschungel oft fehlt.

Heute geht ein weiterer Tag zu ende an dem ich gelebt habe und neu gesehen habe: Fotos von Laszlo Moholy-Nagy und Alexander Rodtschenko. Soviel Farbe in Schwarzweiss, dass ist fabelhaft!

Jane

Januar 08, 2007

Wie immer, wenn in meiner inneren Welt sich viel bewegt und ich merke, dass auch die Außenwelt betroffen ist, habe ich das Bedürfnis, auch nach einer Weile der virtuellen Welt mitzuteilen, was mich die letzten 9 Monate beschäftigt hat. Ich habe kein Kind bekommen, nein, aber es grenzt schon an eine interessante Erfahrung, wenn innerhalb eines Jahres die Schlangenhaut meines Seins gleich mehrfach gewechselt wird und ich mich eine ganze Weile schutzlos und neu fühle.

Meinen Weg zur Lehrerin gehe ich weiter, lese gerade ein Buch von Keith Johnstone zum Lehren und Wiedererlernen der Phantasie (Iprovisatuin und Theater) und erfreue mich an meinen Leseerfahrungen in den Weihnachtsferien. Dazu zählte Haruki Murakamis Kafka am Strand, der mich neben Sputnik Sweetheart und Das Wetter vor fünfzehn Jahren sehr in Beschlag genommen hat. Letzterer Titel ist allerdings von Wolf Haas, der eine metafiktionale Ebene gefunden hat um einen österreich-deutschen Liebesroman zu erzählen ohne das die üblichen Kalauer_Kitsch_Assoziationen daher kommen.

Habe in der Zeit von SecondLife.com gelesen und der Wirtschaftskraft, die das Internet in virtuellen Räumen bietet. Dies erschreckt und inspiriert mich zugleich. Ich ertappe mich dabei, am liebsten den Rechner nur noch anzumachen, wenn ich keine Verabredungen mehr für den Tag habe um dann mit Menschen über Skype ins Gespräch zu kommen, den Faden einer Erzählung wieder aufzunehmen und dann festzustellen, dass das Internet zwangsläufig ein Medium des Dialogs ist und bleiben muss. Dann wieder stelle ich fest, dass meinen Blog bisher sicher noch niemand gelesen hat, außer den paar menschen, die vor knapp einem Jahr mal auf meine Link-Email reagiert haben (und die mich auch im echten Leben kennen). Schon komisch, diese exposure. Vielleicht sollte ich doch besser in der echten Welt schreiben?

August 25, 2006

Oh Mann- es ist, als schriebe ich hier für niemanden speziellen und das Design meines Blogs lässt auch schwer zu wünschen übrig. Ist ja auch so eine Stelle, an der ich einfach mal was schreiben kann auch wenn es niemand je liest. Mal sehen.

März 15, 2006

So, da isse wieder, die Jane...
War schon viel zu lange abgetaucht in der Welt des handfesten und greifbaren, ach was, an der Schule machte sie ein Praktikum, um zu erfahren, ob der Job der Lehrerin die richtige Wahl sei.
Und, was kann ich sagen? Diese 4-Wochen-Vollzeiterfahrung hat meinen Geist ganz schön aufgeschwemmt mit neuen Erfahrungen und Ideen und komplexen Erfassungsmethoden, da kann mein Handbuch "Schulpraktikum", das von der Uni empfohlen wurde, längst nicht mehr mithalten. Ich frage mich nun, wie und was Kafka wohl gemacht hätte, wenn er heute lebte und von der Marotte des Bloggens unter wildfremden Menschen gewußt hätte. Vielleicht hätte er auch seine Felice Bauer eher in einem Internetchatraum kennen und becircen gelernt als in der profanen Umgebung seines Berliner Lebens. Und vielleicht will da gerade eine Idee zur Unterrichtsgestaltung in der Sek II in mir geboren werden ;-)
Mir schwant viel Neuland beim Betreten dieser virtuellen Gedankenblase wo jedeR sich jeden Tag neu erfinden und darstellen kann - mich überfordert ja an manchen Tagen schon das ganz platte dreidimensionale Dasein auf diesem Planeten mit ganz banalen Bedürfnissen und Herausforderungen. Eine zentrale Frage, die ich mir seit einiger Zeit stelle, ist die Suche nach Kontakt, auf der mir immer mehr Menschen scheinen, gerade dann, wenn dieser immer schwieriger wird.
Die einen sind ständig in einem Wirbel aus Bewegung und Aktivität unterwegs von A nach B nach C nach D nach F nach B nach A. Die anderen ruhen so tief in sich, das ich mich manchmal frage, ob dies Lebendigkeit sein kann.
Entspannung - Anspannung Einatmen - Ausatmen
organische Abläufe und manchmal doch besser, dass sie geschehen, ohne das ich sie steuern kann?
Kontakt: contingere - berühren - berührt werden. Gerührt sein - in etwas rühren - rührselig und manchmal auch aufrührerisch - so wünsche ich mir Kontakt
Und dann? Wieviel Nähe, wieviel Distanz brauche ich, brauchst Du, braucht Ihr, brauchen sie?
Wie kommt es, dass ich mir verloren in einem Blogger-Meer vorkomme. Weil keineR einen Kommentar postet, obwohl ich ja mit der JaneWelt zu meinem ureigenen Vergnügen in das Abenteuer Internet gestartet bin, das mir manchmal wie gefährliches Tiefseetauchen vorkommt (lese gerade den Schwarm von F. Schätzing und bin sehr gefesselt ob der Metaphorik des Unbekannten, der Beherrrschen Wollens und nutze nun frohgemut einige seiner Bilder für meine Gedanken).
So. Einen Monolog willst Du also hier schreiben? Sozusagen Ulyssia? Und wer liest Dich? Text is the nex Sex?
Hmh.
Wesentliche Fragen kommen und bleiben.
Was will ich hier?
Und was wollen all die anderen, die sich mir so unglaublich nah aufzudrängen scheinen?
Scheint ja ganz so, als wäre heute mal wieder die Couch dran?!?
Also: Tagebuch schreiben, das kann doch echt jede. Und in der Schule habe ich zuletzt "gelernt", dass es sogar die feste literarische Gattung "das Tagebuch" gibt, in der nicht nur einfach von Tagesgeschehnissen berichtet wird, sondern auch emotionale Zustände haarklein thematisiert sind. Aaaha.
Und was ist dann so ein Blog? Was soll dies für eine "literarische" Gattung sein? Im Einführungsseminar Literaturwissenschaft haben wir diskutiert, was Literatur sein kann. Fiktiv.
Aber eben auch schriftlich festgehalten. Somit ist alles, was ich aus der Wirklichkeit selektiere und kombiniere in meinem Blog ein fiktives Gewebe, das dann "schwupps" schon zum TEXT wird und damit "Literatur". Wow
Meinste nicht, jetzt übertreibste n'bisschen?
Die meisten wollen hier nicht son Zeug lesen, sondern andere kennen lernen.
Und dann? Kennen muss man eben erst mal lernen!
Ich will nicht gekannt werden sondern gelesen -
Was soll bitteschön im Internet der Unterschied sein? Die einzige Art, Kontakt aufzunehmen läuft ja nun mal über die 010101010101-Kombination, die Deine Buchstaben auf den Monitor eines anderen transportiert, auf das er Dir eine Antwort, ein Zeichen, eine Nachricht gibt, das da jemand Interesse an Deinem Zeug hat.
Und dann? Dann solls Kommentare regnen?
Was willste denn sonst damit erreichen? Dir selbst kannst Du doch einfacher einen Brief schreiben oder eben doch klassisch Tagebuch!
...

Februar 02, 2006

Guten wunderschönen Abend...
heute hebt sich der Vorhang hinter die Kulissen meines Alltags, um Euch, liebe Leser und Freunde und Unbekannte etwas näher an mich herantreten lassen zu können. Wunder über Wunder spielen sich an einem einzigen Tag in meinem Geist ab, wenn ich an all die Gedanken und unausgeführten Ideen denke, die mir im Laufe eines "wachen" Tages so kommen.

Und da sind ja außerdem noch die Traumwelten, in die ich des nachts versinke und von einer Agentur träume, die Dr. und Professorentitel "legal und kostengünstig" per Fax verkaufen will. Um mich befindet sich gerade alles im Wandel. Freunde gehen, Freunde kommen näher, das Leben ist ein wunderschöner, in viele Falten gelegter Rock, der beim Tanz des Erlebens sich aufblättert und die Träume fliegen läßt.

Und dabei versuche ich, die Schönheit und das Glück zu sehen, das in jedem Wassertropfen liegt, mit dem ich mir morgens im Dunkeln noch das müde Gesicht wasche, das im Klitzern einer Schneeflocke zu entdecken ist, die mir auf dem Weg zur Arbeit auf der Wange schmilzt und mich leise fluchen lässt, wenn die Straße vereist und meine Aufmerksamkeit vonnöten ist.

Soo viele Gefühle sind aktiviert, sie arbeiten in mir und ermöglichen es, viele Facetten gleichzeitig zu sehen, wie die Fliege, die auf ihrem Flug auch gleichzeitig Puzzlestücke dessen erblickt, das für sie ihr Alltag ist. Meine Zukunft, mein Sein, meine Grenzen sind nicht beschränkt auf materielle Dinge.

Gleichzeitig wäre ich gerne dort, wo die wilden Kerle wohnen, wo Tintenherz mit der Wirklichkeit einen Platz findet und aus Figuren aus Büchern eine echte Person wird. Dabei leben in meiner Umwelt schon genug Menschen, die ich mir lieber in einem Buch vorstellen würde als auf Kölns Straßen. Und das nicht nur in der "Karnevalssession". Wie schon Calvin sagt: There's treasure everywhere!"

Soviel heute, der Vorhang schliesst sich und ich gehe hinaus hinein in mein nächstes Kapitel des Tages: Aufs Fahrrad, durch die dunklen, schneebedeckten Straßen und in meine Höhle, die mir Wärme und Geborgenheit schenkt.

-intermezzo-

Januar 25, 2006

Nun gibt es sie also, meine kleine Welt im Internet. Hier bin ich zuerst mal gelandet um mit Freunden in Kontakt zu bleiben, die aus Deutschland auswandern wollen, werden, sind, wieauchimmer.
Und ich? Ich lebe in Köln am Rhein, lasse mir die Wintersonne auf den Kopf scheinen und es gut gehen. Auch wenn manchmal meine Entscheidungen viele Lawinen ins Rollen bringen und dann kein Stein mehr auf dem anderen bleibt. Derzeit betrifft dies meine Berufsplanung. Dies soll mal genügen, um einen ersten Eindruck von der Frau zu bekommen, die ich bin und die auch noch im Net in Erscheinung treten will. "Esse est percipi?"