Januar 08, 2007

Wie immer, wenn in meiner inneren Welt sich viel bewegt und ich merke, dass auch die Außenwelt betroffen ist, habe ich das Bedürfnis, auch nach einer Weile der virtuellen Welt mitzuteilen, was mich die letzten 9 Monate beschäftigt hat. Ich habe kein Kind bekommen, nein, aber es grenzt schon an eine interessante Erfahrung, wenn innerhalb eines Jahres die Schlangenhaut meines Seins gleich mehrfach gewechselt wird und ich mich eine ganze Weile schutzlos und neu fühle.

Meinen Weg zur Lehrerin gehe ich weiter, lese gerade ein Buch von Keith Johnstone zum Lehren und Wiedererlernen der Phantasie (Iprovisatuin und Theater) und erfreue mich an meinen Leseerfahrungen in den Weihnachtsferien. Dazu zählte Haruki Murakamis Kafka am Strand, der mich neben Sputnik Sweetheart und Das Wetter vor fünfzehn Jahren sehr in Beschlag genommen hat. Letzterer Titel ist allerdings von Wolf Haas, der eine metafiktionale Ebene gefunden hat um einen österreich-deutschen Liebesroman zu erzählen ohne das die üblichen Kalauer_Kitsch_Assoziationen daher kommen.

Habe in der Zeit von SecondLife.com gelesen und der Wirtschaftskraft, die das Internet in virtuellen Räumen bietet. Dies erschreckt und inspiriert mich zugleich. Ich ertappe mich dabei, am liebsten den Rechner nur noch anzumachen, wenn ich keine Verabredungen mehr für den Tag habe um dann mit Menschen über Skype ins Gespräch zu kommen, den Faden einer Erzählung wieder aufzunehmen und dann festzustellen, dass das Internet zwangsläufig ein Medium des Dialogs ist und bleiben muss. Dann wieder stelle ich fest, dass meinen Blog bisher sicher noch niemand gelesen hat, außer den paar menschen, die vor knapp einem Jahr mal auf meine Link-Email reagiert haben (und die mich auch im echten Leben kennen). Schon komisch, diese exposure. Vielleicht sollte ich doch besser in der echten Welt schreiben?